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Vorwort

Vorwort

gosch

Der geschichtliche Hintergrund bleibt unverändert, doch die Betrachtung muss immer zeitgerecht und berührend sein. Mit diesem Grundverständnis haben Textschreiber und Regisseur mit der aktuellen Interpretation der zentralen Geschichte unseres Glaubens wieder ein neues Erlebnis geschaffen. Mit einer Aktualisierung des Textes nach den neuesten Erkenntnissen der Religionswissenschaften und der Einarbeitung aktueller gesellschaftspolitischer Aspekte wird der Bezug zur heutigen Zeit, vor allem in den Zwischensequenzen, deutlich sichtbar gemacht.

Die Textüberarbeitung von Mag. Hans Perstling und die einfühlsame Regie von Bernhard Böhmer bindet die Zuschauer in einer besonderen Art und Weise ins Geschehen ein. Es wird sichtbar gemacht: „Auch ICH bin Teil dieser Geschichte, und sie ist aktueller denn je.“

In der Rolle als Hohepriester Kaiphas darf auch ich wieder neue Blickrichtungen erfahren. Ich sehe in meinen 45 Jahren des Mitwirkens, dass jede Rolle auch neue Perspektiven zeigt und meinen persönlichen Zugang zum Glauben erweitert. Je mehr man sich damit auseinandersetzt, desto intensiver ist die Erfahrung: Immer öfter wird dann auch in meinem Alltag aus Unverständnis Toleranz, aus Zweifel Überzeugung und aus Vorverurteilung Vergebung.

Solche oder ähnliche Erfahrungen wünsche ich auch Ihnen beim Besuch unserer Passionsspiele. Die Botschaften, die hier weitergegeben werden, können in vielen Bereichen des Alltages von großer Bedeutung sein.

Mein persönlicher Dank gilt allen Beteiligten, die diese Aufführungsserie möglich machen und durch ihr Zutun besonders machen – vor, auf oder hinter der Bühne. Ich bin stolz und dankbar, ein kleiner Teil davon sein zu dürfen.

Im Namen unserer Passionsgemeinschaft,

Erich Gosch
Bürgermeister der Marktgemeinde Feldkirchen bei Graz